EU AI Act Compliance-Check: Risikoklasse und Bußgelder
Klassifizieren Sie Ihre KI-Systeme nach der EU-Verordnung 2024/1689 (Hochrisiko Anhang III, GPAI) und berechnen Sie gesetzliche Höchststrafen.
KI-Verordnung: KI-System einstufen und Höchstbußgeld ermitteln
Das Tool stuft Ihren Anwendungsfall nach der Verordnung (EU) 2024/1689 ein (verbotene Praxis, Hochrisiko nach Anhang III, KI-Modell mit allgemeinem Verwendungszweck, begrenztes Risiko) und zeigt die Bußgeldobergrenze: den höheren Wert aus einem Festbetrag und einem Prozentsatz des weltweiten Jahresumsatzes. Sie reicht von 35 Mio. € oder 7 % bei verbotenen Praktiken bis zu 15 Mio. € oder 3 % bei sonstigen Verstößen.
Einstufung und angewandte Obergrenzen
| Kategorie | Angebotene Fälle | Obergrenze |
|---|---|---|
| Verbotene Praxis (Art. 5) | Social Scoring, ungezieltes Auslesen von Gesichtsbildern | 35 Mio. € oder 7 % |
| Hochrisiko (Anhang III) | Personalauswahl, Kreditscoring, Biometrie, Bildung, kritische Infrastruktur | 15 Mio. € oder 3 % |
| KI-Modell mit allgemeinem Verwendungszweck | Kästchen aktiviert; systemisches Risiko ab 1025 FLOP Trainingsrechenleistung | 15 Mio. € oder 3 % |
| Begrenztes Risiko | Chatbot, Inhaltserzeugung, interne Analyse | 15 Mio. € oder 3 % |
Angezeigt wird der höhere der beiden Beträge. Der Konformitätswert vergibt 25 Punkte je aktiviertem Kästchen: menschliche Aufsicht, Daten-Governance und Protokollierung, technische Dokumentation, Kennzeichnung von Inhalten.
Beispiel
Lebenslauf-Screening (Hochrisiko) in einem Unternehmen mit 30 Mio. € weltweitem Umsatz: 3 % sind 900.000 €, weniger als 15 Mio. €, also zeigt das Tool 15.000.000 €. Mit drei von vier Kästchen liegt der Wert bei 75/100. Eine verbotene Praxis in einem Konzern mit 800 Mio. € Umsatz hebt die Obergrenze auf 56 Mio. € (7 %).
Grenzen
- Für KMU und Start-ups gilt der niedrigere der beiden Beträge (Art. 99 Abs. 6), im Beispiel 900.000 €; das Tool nimmt immer den höheren.
- Interne Analysen haben meist nur minimales Risiko ohne eigenes Bußgeld; das Tool setzt trotzdem die Obergrenze für Transparenzpflichten an.
- Es handelt sich um gesetzliche Obergrenzen, nicht um ein wahrscheinliches Bußgeld, und um eine Orientierung ohne Rechtsberatung.
Zeitplan
Verbote gelten seit dem 2. Februar 2025, Pflichten für Modelle mit allgemeinem Verwendungszweck seit dem 2. August 2025, die Transparenzpflichten nach Art. 50 ab dem 2. August 2026. Der digitale Omnibus hat die Hochrisiko-Pflichten nach Anhang III auf den 2. Dezember 2027 und nach Anhang I auf den 2. August 2028 verschoben; der im Tool angezeigte Zeitplan berücksichtigt das.
Quellen und Stand: Verordnung (EU) 2024/1689 über künstliche Intelligenz, Art. 5, 51, 99, 101 und 113; Änderungsverordnung (EU) 2026/1744, veröffentlicht im Amtsblatt am 24. Juli 2026, in Kraft seit dem 27. Juli 2026 (geprüft am 14.10.2026).
Häufig gestellte Fragen
Wie hoch ist das Höchstbußgeld nach der KI-Verordnung?
Bis zu 35 Mio. € oder 7 % des weltweiten Jahresumsatzes bei verbotenen Praktiken, 15 Mio. € oder 3 % bei sonstigen Pflichten (Hochrisiko, Transparenz, Modelle mit allgemeinem Verwendungszweck) und 7,5 Mio. € oder 1 % bei falschen Angaben gegenüber Behörden. Es gilt der höhere Betrag, für KMU und Start-ups der niedrigere.
Ist KI-gestützte Recruiting-Software ein Hochrisiko-System?
Ja: Anhang III erfasst Systeme für die Einstellung, Auswahl, Filterung von Bewerbungen und Bewertung von Bewerbern. Sie brauchen unter anderem Risikomanagement, Daten-Governance, Protokollierung, technische Dokumentation und menschliche Aufsicht. Seit dem digitalen Omnibus gelten diese Pflichten ab dem 2. Dezember 2027.
Ab wann gelten die Pflichten der KI-Verordnung?
Verbotene Praktiken sind seit dem 2. Februar 2025 untersagt, die Regeln für KI-Modelle mit allgemeinem Verwendungszweck gelten seit dem 2. August 2025. Die Transparenzpflichten (Chatbots, generierte Inhalte) gelten ab dem 2. August 2026. Hochrisiko nach Anhang III folgt am 2. Dezember 2027, Hochrisiko-KI in regulierten Produkten am 2. August 2028.
Wann birgt ein KI-Modell mit allgemeinem Verwendungszweck ein systemisches Risiko?
Das wird vermutet, wenn die kumulierte Rechenleistung für das Training 10²⁵ Gleitkommaoperationen übersteigt (Art. 51). Der Anbieter muss dann diese Risiken bewerten und mindern, schwerwiegende Vorfälle melden und die Cybersicherheit gewährleisten, zusätzlich zu den Pflichten aller Modelle.
Ist das Tool wirklich kostenlos?
Ja, alle Werkzeuge auf Kristools sind zu 100% kostenlos und ohne Registrierung zugänglich.
Sind meine Daten geschützt?
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