Stundensatz Freiberufler berechnen und Tagessatz zu Netto
Stundensatz als Freiberufler in Deutschland aus dem Wunschnetto berechnen (KV, Pflege, Rente, Steuer 2026) oder Tagessatz in Frankreich in Netto umrechnen.
Stundensatz Freiberufler berechnen, Tagessatz in Frankreich umrechnen
Was bleibt Ihnen als Freelancer vom Umsatz als Lohn, und welchen Stundensatz brauchen Sie dafür? Im Modus „Stundensatz Freiberufler (Deutschland)“ geht das Tool vom Jahresnetto aus und rechnet Betriebsausgaben, Kranken- und Pflegeversicherung, auf Wunsch die Rentenversicherung, die Einkommensteuer 2026 und den Solidaritätszuschlag hinzu. Für 36.000 € netto im Jahr, 3.000 € Betriebsausgaben und 1.369,6 abrechenbare Stunden ergibt das 44,10 € pro Stunde. Die beiden anderen Modi rechnen einen Tagessatz nach französischem Recht (Micro, EURL, SASU, Portage) in Nettogehalt um: Bei 400 € pro Tag und 200 Tagen bleiben als Micro-Entreprise rund 3.380 € im Monat.
Stundensatz Freiberufler: so rechnet das Tool
Im Modus „Stundensatz Freiberufler (Deutschland)“ sucht das Tool durch Iteration (Intervallhalbierung) den Gewinn, bei dem nach Kranken- und Pflegeversicherung, Rentenbeitrag, Einkommensteuer und Solidaritätszuschlag genau Ihr Wunschnetto übrig bleibt. Der Umsatz ist dieser Gewinn plus Betriebsausgaben. Abrechenbare Stunden = (261 Werktage von Montag bis Freitag im Jahr 2026 − Urlaub − Feiertage − Krankheitstage) × Stunden pro Tag × (1 − nicht abrechenbarer Anteil). Stundensatz = Umsatz ÷ abrechenbare Stunden, auf den Cent aufgerundet; der Tagessatz ist der Stundensatz mal Stunden pro Tag.
- Kranken- und Pflegeversicherung (freiwillig gesetzlich versichert): Beitrag auf den Gewinn, mindestens auf 1.318,33 € im Monat (je Kalendertag ein Neunzigstel der Bezugsgröße von 3.955 €, § 240 Abs. 4 SGB V) und höchstens auf die Beitragsbemessungsgrenze von 5.812,50 € im Monat (69.750 € im Jahr). Beitragssatz 14,6 % mit Krankengeldanspruch oder 14,0 % ohne, dazu der Zusatzbeitrag der Kasse (Durchschnitt 2026: 2,9 %). Pflegeversicherung 3,6 %, für Kinderlose ab 23 Jahren 4,2 %. Eltern mit mehreren Kindern unter 25 Jahren zahlen ab dem zweiten Kind je 0,25 Punkte weniger; das bildet das Tool nicht ab.
- Rentenversicherung: für die meisten Freiberufler freiwillig, für einige Berufe Pflicht (§ 2 SGB VI). Zur Wahl stehen der Regelbeitrag von 735,63 € im Monat (18,6 % der Bezugsgröße) oder 18,6 % des Gewinns zwischen dem Mindestbeitrag von 112,16 € und dem Höchstbeitrag von 1.571,70 € im Monat.
- Einkommensteuer: Grundtarif nach § 32a EStG ab 2026 mit einem Grundfreibetrag von 12.348 €. Zu versteuerndes Einkommen = Gewinn − Kranken- und Pflegebeiträge (der Krankenversicherungsbeitrag mit Krankengeldanspruch um 4 % gekürzt) − Rentenbeiträge − 36 € Sonderausgaben-Pauschbetrag.
- Solidaritätszuschlag: 5,5 % der Einkommensteuer, aber nur, wenn diese 20.350 € übersteigt, und in der Übergangszone höchstens 11,9 % des übersteigenden Betrags.
Nachgerechnetes Beispiel für Deutschland
36.000 € Wunschnetto, 3.000 € Betriebsausgaben, 30 Urlaubstage, 7 Feiertage, 10 Krankheitstage, 8 Stunden pro Tag und 20 % nicht abrechenbare Zeit ergeben 214 Tage und 1.369,6 abrechenbare Stunden. Mit Krankengeld (14,6 % + 2,9 %), kinderlos und ohne Rentenversicherung sind 57.390 € Gewinn nötig: 10.043 € Krankenversicherung, 2.410 € Pflegeversicherung und 8.936 € Einkommensteuer auf ein zu versteuerndes Einkommen von 45.301 €, ohne Soli. Das sind 60.390 € Umsatz, also 44,10 € pro Stunde oder 352,80 € pro Tag. Die Einkommensteuer stimmt mit dem Einkommensteuerrechner des Bundesfinanzministeriums überein (bmf-steuerrechner.de, Jahr 2026, Grundtarif). Mit dem Regelbeitrag zur Rentenversicherung steigt der Satz auf 52,37 €, ohne Krankengeld sinkt er auf 43,59 €. Für 60.000 € netto sind es 75,69 € pro Stunde, mit 24.973 € Einkommensteuer und 550,13 € Soli.
Warum keine Gewerbesteuer?
Gewerbesteuer zahlt nur ein Gewerbebetrieb im Sinne des Einkommensteuergesetzes (§ 2 Abs. 1 GewStG). § 15 Abs. 2 EStG nimmt die Ausübung eines freien Berufs davon aus; Freiberufler erzielen Einkünfte aus selbständiger Arbeit nach § 18 EStG. Wer gewerblich tätig ist oder vom Finanzamt so eingestuft wird, muss die Gewerbesteuer zusätzlich einplanen.
Grenzen des deutschen Modus
Das Tool rechnet für Ledige ohne Kirchensteuer, mit gesetzlicher Krankenversicherung und auf Jahresbasis, ohne Vorauszahlungen. Der Stundensatz versteht sich zuzüglich 19 % Umsatzsteuer. Die Krankenkasse setzt die Beiträge zunächst vorläufig nach dem letzten Einkommensteuerbescheid fest und rechnet später ab. Für freie Mitarbeit gilt dieselbe Rechnung; bei Fragen zur Scheinselbstständigkeit oder zur Steuererklärung ersetzt sie keinen Steuerberater, dessen Honorar zu den Betriebsausgaben gehört.
Quellen und Stand (geprüft am 22.10.2026): Einkommensteuertarif nach § 32a EStG in der Fassung ab dem Veranlagungszeitraum 2026; Freigrenze von 20.350 € und Obergrenze von 11,9 % nach §§ 3 und 4 SolZG; Bezugsgröße von 3.955 € und Beitragsbemessungsgrenzen von 69.750 € (Kranken- und Pflegeversicherung) und 101.400 € (Rentenversicherung) nach der Sozialversicherungs-Rechengrößenverordnung 2026 vom 24.11.2025 (BGBl. 2025 I Nr. 278); Mindestbemessung nach § 240 Abs. 4 SGB V; Beitragssätze von 14,6 % und 14,0 % nach §§ 241 und 243 SGB V; durchschnittlicher Zusatzbeitragssatz von 2,9 % (Bekanntmachung des Bundesministeriums für Gesundheit vom 7.11.2025 im Bundesanzeiger); Pflegeversicherung 3,6 % und 4,2 % seit dem 1.1.2025 (Bundesministerium für Gesundheit, Seite „Finanzierung der sozialen Pflegeversicherung“); Regelbeitrag, Mindest- und Höchstbeitrag der Rentenversicherung (Deutsche Rentenversicherung, „Werte der Rentenversicherung“, Stand 1.7.2026); Kürzung um 4 % und Abzug der Rentenbeiträge nach § 10 Abs. 1 Nr. 2 und 3 EStG, Pauschbetrag von 36 € nach § 10c EStG.
Tagessatz in Frankreich: Berechnungen je nach Rechtsform
- Micro-Entreprise (BNC): Abgaben = Umsatz × (25,6 % + 0,2 % Weiterbildungsbeitrag), oder Umsatz × (19,2 % + 0,2 %), wenn Sie das ACRE-Kästchen ankreuzen. Die Steuer wird als Grenzsteuersatz × 66 % des Umsatzes geschätzt (Pauschalabzug von 34 %). Ihre tatsächlichen Kosten mindern das Netto, aber weder Abgaben noch Steuer.
- EURL oder Einzelunternehmen mit Gewinnermittlung (TNS): Der verfügbare Betrag (Umsatz − Kosten) wird durch 1,45 geteilt, also Abgaben von etwa 45 % der Nettovergütung. Besteuert werden 90 % dieser Vergütung.
- SASU (Präsident mit Arbeitnehmerstatus): Teilung durch 1,82, rund 82 % Abgaben bezogen auf das Netto, danach derselbe Abzug von 10 %.
- Portage salarial: 48 % des verfügbaren Betrags bleiben als Nettogehalt vor Steuer (Verwaltungsgebühr von etwa 7 % plus Beiträge), danach derselbe Abzug von 10 %.
Im Modus „Wunschnetto → Tagessatz“ läuft die Rechnung umgekehrt: Tagessatz = (Wunschnetto × 12 + Jahreskosten) ÷ (1 − Abgabensatz) ÷ abgerechnete Tage, auf den Euro aufgerundet. Für 3.000 € netto im Monat, 2.400 € Kosten, 22 % Abgaben und 210 Tage sind 235 € pro Tag nötig, also 49.231 € Umsatz.
Das angezeigte Bruttogehalt im Festvertrag (CDI) ist das Jahresnetto nach Steuer geteilt durch 0,75.
Nachgerechnetes Beispiel
400 € pro Tag, 200 Tage, 3.000 € Kosten, Grenzsteuersatz 30 %: Umsatz 80.000 €. Als Micro-Entreprise betragen die Abgaben 20.640 € und die geschätzte Steuer 15.840 € (30 % von 52.800 €). Es bleiben 40.520 € im Jahr, 3.377 € im Monat, entsprechend rund 54.030 € brutto im CDI. Die EURL lässt 3.230 € im Monat, die SASU 2.574 €.
Annahmen und Grenzen
- Der Grenzsteuersatz gilt für das gesamte Einkommen, was die Steuer gegenüber dem progressiven Tarif überschätzt.
- Die Umsatzgrenze der Micro-Entreprise wird nicht geprüft: Die Voreinstellung (550 € × 200 Tage = 110.000 €) liegt darüber.
- Die Faktoren für EURL und SASU sind Durchschnittswerte, ohne Dividenden und Körperschaftsteuer.
- Das CDI-Äquivalent teilt ein Netto nach Steuer durch ein Verhältnis vor Steuer und unterschätzt so das nötige Brutto.
Es handelt sich um französische Regeln. Das Ergebnis ist eine Schätzung und ersetzt keine Steuerberatung.
Quellen und Stand: Gesamtsatz von 25,6 % für BNC-Kleinunternehmer im allgemeinen System seit dem 1. Januar 2026 (Meldung von Entreprendre Service Public vom 27. Februar 2026); Satz von 19,2 % mit ACRE für seit dem 1. Juli 2026 gegründete Unternehmen (Dekret Nr. 2026-69); Weiterbildungsbeitrag von 0,2 % für freie Berufe (französisches Arbeitsgesetzbuch, Artikel L6331-48); Pauschalabzug micro-BNC von 34 % (mindestens 305 €) und Grenze von 83.600 € für die Einnahmen 2026 (Merkblatt F23267 von service-public) (geprüft am 14.10.2026).
Häufig gestellte Fragen
Wie berechne ich als Freiberufler meinen Stundensatz?
Im Modus „Stundensatz Freiberufler (Deutschland)“ geben Sie das Jahresnetto vor, das Ihnen als Lohn bleiben soll. Bei 36.000 € netto, 3.000 € Betriebsausgaben, 30 Urlaubstagen, 7 Feiertagen, 10 Krankheitstagen, 8 Stunden pro Tag und 20 % nicht abrechenbarer Zeit bleiben 1.369,6 abrechenbare Stunden. Mit gesetzlicher Krankenversicherung inklusive Krankengeld, kinderlos und ohne Rentenversicherung braucht es 60.390 € Umsatz, also 44,10 € pro Stunde zuzüglich Umsatzsteuer. Für freie Mitarbeit auf Honorarbasis gilt dieselbe Rechnung; die Kosten für den Steuerberater gehören in die Betriebsausgaben.
Welche Abgaben zahlt ein Freiberufler 2026, und warum keine Gewerbesteuer?
Freiwillig gesetzlich Versicherte zahlen 14,6 % Krankenversicherung mit Krankengeldanspruch (14,0 % ohne) plus den Zusatzbeitrag ihrer Kasse (im Durchschnitt 2,9 %) und 3,6 % Pflegeversicherung, kinderlos ab 23 Jahren 4,2 %, auf den Gewinn, mindestens aber auf 1.318,33 € und höchstens auf 5.812,50 € im Monat. Die Rentenversicherung ist meist freiwillig (Regelbeitrag 735,63 € im Monat). Dazu kommen die Einkommensteuer nach dem Tarif 2026 und ab 20.350 € Steuer der Solidaritätszuschlag. Gewerbesteuer fällt nicht an, weil ein freier Beruf nach § 15 Abs. 2 EStG kein Gewerbebetrieb ist.
Welcher Abgabensatz und welche Umsatzgrenze gelten 2026 für eine Micro-Entreprise mit BNC-Tätigkeit?
Seit dem 1. Januar 2026 zahlt ein französischer Kleinunternehmer in einem freien Beruf im allgemeinen System 25,6 % seines Umsatzes, nach 24,6 % im Jahr 2025, zuzüglich 0,2 % Weiterbildungsbeitrag. Das Tool rechnet daher mit 25,8 %: Bei 80.000 € Umsatz sind das 20.640 € Abgaben. Das Regime gilt nur bis zur Grenze von 83.600 € für Dienstleistungen im Jahr 2026, also bei rund 152 abgerechneten Tagen zu 550 €. Die Voreinstellung (200 Tage, 110.000 €) liegt darüber, das Tool weist aber nicht darauf hin.
Warum bleibt bei einer SASU weniger netto als bei einer EURL?
Der Präsident einer SASU zahlt Beiträge wie ein Arbeitnehmer. Das Tool rechnet mit rund 82 % Abgaben bezogen auf das Netto (Teilung durch 1,82), gegenüber etwa 45 % für einen selbstständigen EURL-Geschäftsführer (Teilung durch 1,45). Bei 400 € pro Tag, 200 Tagen und 3.000 € Kosten ergibt das 2.574 € netto im Monat mit SASU und 3.230 € mit EURL. Dividenden werden nicht simuliert.
Werden meine Betriebsausgaben in der Micro-Entreprise abgezogen?
Nicht bei Abgaben und Steuer: Im micro-BNC-Regime werden 66 % des Umsatzes besteuert, unabhängig von den tatsächlichen Kosten (Pauschalabzug von 34 %). Das Tool zieht Ihre Kosten dennoch vom Endnetto ab, weil Sie sie bezahlen. Liegen die Kosten über 34 % des Umsatzes, ist der Pauschalabzug niedriger als Ihre tatsächlichen Kosten.
Wie wird das Bruttogehalt im Festvertrag (CDI) berechnet?
Das Tool teilt Ihr Jahresnetto nach Steuer durch 0,75, ein übliches Netto-Brutto-Verhältnis für französische Führungskräfte. Bei 40.520 € netto im Jahr zeigt es rund 54.030 € brutto. Da auch Angestellte Einkommensteuer zahlen, unterschätzt dieser Wert das Brutto, das tatsächlich dasselbe Netto ergäbe.
Welcher Tagessatz bringt 3.000 € netto im Monat?
Im Modus „Wunschnetto → Tagessatz“ ergibt das Tool bei 2.400 € Jahreskosten (200 € im Monat), 22 % Abgaben und 210 abgerechneten Tagen 235 € pro Tag bei 49.231 € Jahresumsatz. Mit dem Satz 2026 für französische Kleinunternehmer in freien Berufen (25,8 % einschließlich Weiterbildungsbeitrag) sind 247 € nötig. Dieses Netto versteht sich vor Einkommensteuer, sofern Sie sie nicht im Satz berücksichtigen. Die Kosten werden vor der Teilung durch (1 − Abgabensatz) zum Nettoziel addiert: 200 € Kosten im Monat erfordern bei 22 % jährlich 2.400 ÷ 0,78 = 3.077 € Umsatz, wie bei der französischen Micro-Entreprise, in der die Beiträge auf den gesamten Umsatz einschließlich Kosten anfallen.
Wie wird das Portage salarial berechnet?
Das Tool behält 48 % des Umsatzes nach Kosten als Nettogehalt vor Steuer, weil es neben Arbeitnehmer- und Arbeitgeberbeiträgen eine Verwaltungsgebühr von etwa 7 % annimmt. Bei 550 € pro Tag, 205 Tagen und 8.000 € Kosten ergibt das 50.280 € netto im Jahr, also 4.190 € im Monat bei 0 % Grenzsteuersatz und rund 67.040 € brutto als CDI-Äquivalent. Dafür ist der Berater angestellt und arbeitslosenversichert.
Ist das Tool wirklich kostenlos?
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